Egal wie gut man Radfahren kann, die Sicherheit beim Radfahren muss an erster Stelle stehen. Fahrradbremsen sind dabei ein wichtiger Bestandteil und sollten von jedem Fahranfänger verstanden werden. Ob Felgen- oder Scheibenbremsen – Fahrräder sind mit zwei Bremsensätzen ausgestattet: einer Vorder- und einer Hinterradbremse. Diese dienen dazu, das Vorder- bzw. Hinterrad abzubremsen.

Unterschiedliche Bremsstile bei den Leuten?
- Vorder- und Hinterachse gleichzeitig bremsen
- Nur die Vorderradbremse benutzen
- Nur die Hinterradbremse benutzen
Das Fahren nur mit der Hinterradbremse ist gefährlich, insbesondere für Fahrer, die gerne schnell unterwegs sind. In bestimmten Situationen kann das Hinterrad den Bodenkontakt verlieren. Betätigt man die Hinterradbremse in diesem Moment, ist sie völlig wirkungslos. Außerdem ist der Bremsweg bei alleiniger Betätigung der Hinterradbremse länger als bei alleiniger Betätigung der Vorderradbremse, wodurch die Sicherheit erheblich sinkt.
Effektives Bremsen am E-Bike
Um das Fahrrad auf kürzestem Weg effektiv zum Stehen zu bringen, ziehen Sie am besten die Vorderradbremse, bis das Hinterrad gerade so den Boden verlässt. Stützen Sie Ihren Körper dabei fest mit den Armen ab, um ein Vorlehnen und damit ein Wegrollen zu vermeiden. Verlagern Sie außerdem Ihr Gesäß so weit wie möglich nach hinten und kontrollieren Sie Ihren Körperschwerpunkt bis zum Anschlag. Diese Bremsmethode eignet sich für verschiedene Bremsbedingungen.
Da sich Körper und Fahrzeug beim Fahren den Vorwärtsimpuls und die nach unten gerichtete Schwerkraft teilen, entsteht eine resultierende Kraft nach vorne und unten. Die Bremskraft beruht auf der Reibung zwischen Reifen und Boden, die die nach vorne gerichtete Kraftkomponente abschwächt. Für eine optimale Bremswirkung gilt: Je mehr Druck auf das Fahrrad ausgeübt wird, desto größer ist die Reibung. Daher bietet das Vorderrad in diesem Moment die größte Reibung, während der Körper den größten Druck nach hinten und unten ausüben kann. Theoretisch erzielt man also durch eine angemessene Betätigung der Vorderradbremse die beste Bremswirkung.
Bremsverhalten von Elektrofahrrädern in verschiedenen Umgebungen
Trockene und glatte Fahrbahn: Auf trockener Fahrbahn ist die Rutsch- und Sprunggefahr geringer. Grundsätzlich dient die Vorderradbremse als Hauptbremse, die Hinterradbremse als Ergänzung zur Fahrzeugkontrolle. Erfahrene Fahrer benötigen die Hinterradbremse unter Umständen gar nicht.Rutschige Fahrbahn: Auf rutschigen Straßen kann es leicht zum Ausrutschen kommen. Rutscht das Hinterrad durch, kann das Fahrzeug die Balance leicht wiederfinden. Rutscht das Vorderrad durch, ist es schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. In diesem Fall muss sofort die Hinterradbremse betätigt werden, um das Fahrzeug zu kontrollieren und anzuhalten.
Weicher Fahrbahnbelag: Die Situation ähnelt der auf nasser Fahrbahn. Die Gefahr des Reifenschlupfs ist deutlich erhöht. Auch hier muss die Hinterradbremse zum Anhalten des Fahrzeugs betätigt werden. Die Vorderradbremse kann jedoch entsprechend dosiert werden, um ein Durchdrehen der Vorderräder zu verhindern.
Unebene Straßen: Auf unebenen Straßen besteht die Gefahr, dass die Räder den Bodenkontakt verlieren. In diesem Fall kann die Vorderradbremse nicht benutzt werden. Betätigt man die Vorderradbremse, während das Vorderrad den Bodenkontakt verliert, blockiert es, und eine Landung mit blockiertem Vorderrad ist fatal.
Wenn das Vorderrad platzt: Sollte das Vorderrad während der Fahrt plötzlich platzen, benutzen Sie nicht die Vorderradbremse Ihres E-Bikes . Wenn Sie in dieser Situation die Vorderradbremse betätigen, kann sich der Reifen von der Felge lösen und das E-Bike zum Umkippen bringen. Seien Sie daher äußerst vorsichtig.
Ausfall der Vorderradbremse: Wenn die Vorderradbremse ausfällt, beispielsweise weil die Bremsleitung des Elektrofahrrads gerissen ist oder der Bremsbelag beschädigt oder übermäßig abgenutzt ist und nicht mehr als Bremse funktionieren kann, müssen wir die Hinterradbremse benutzen, um die Fahrt anzuhalten.
Ob in der Theorie oder Praxis, die Vorderradbremse ist am effektivsten. Um die Vorderradbremse zu beherrschen, muss man ständig üben, den kritischen Punkt zu treffen, an dem das Hinterrad wegrutscht, und das Fahrrad gut kontrollieren, um einen Sturz zu vermeiden. Nur so wird man nach und nach zu einem echten Radfahrer.



